D I E S T I L L E, H E I L I G E N A C H T
Die stille, Heilige Nacht
Als ich ein Kind noch gewesen, das ist schön lange her,
da war Weihnachten ein Erlebnis, ein Märchen und noch viel mehr.
Es gab nur kleine Geschenke, denn wir waren ja nicht reich,
doch diese bescheidenen Gaben kamen dem Paradiese gleich.
Da gab es Äpfel und Nüsse, mitunter auch ein Paar Schuh,
und wenn es die Kasse erlaubte, ein kleines Püppchen dazu.
Wie war doch das Kinderherz selig, ob all der herrlichen Pracht,
und es war ein himmlisches Raunen um die stille, Heilige Nacht.
Dann wurde ich älter und größer und wünschte mir das und dies,
ich hörte auf, an das Christkind zu glauben und verlor dabei das
Paradies.
Und dann kam der Krieg mit all seinen Leiden, mit Hunger und Not,
da wurde ich wieder bescheiden und war dankbar für ein Stück Brot.
Wir alle wurden da klein und nur ein Wunsch hatte die Macht:
Wir wollten vereint sein mit unseren Lieben, in dieser stillen, Heiligen
Nacht.
Und dann, als der Krieg war zu Ende, wuchs eine neue Jugend heran;
und die hatte auch ihre Wünsche an den lieben Weihnachtsmann.
Nur waren die nicht klein und bescheiden, denn der Wohlstand brach aus im
Land.
Die Wünsche wurden immer größer und das Schenken nahm überhand.
Nun wird gewünscht und gegeben und keiner fragt nach dem Wert.
Vergessen sind Krieg und Armut und die Stunden am einsamen Herd.
Aus dem schönsten der christlichen Feste hat der Mensch einen Jahrmarkt
gemacht.
Er wünscht sich vom Besten das Beste und vergisst dabei –
den Sinn der stillen, Heiligen Nacht!
Verfasser unbekannt
Wolfgang Hanagarth - 01 77 - 43 49 288 - Fax: 0 12 12 - 65 10 348 341 - E-Post: nikolaus[at]hanagarth.de